Wissen macht Können nicht überflüssig

Die entscheidenden Merkmale im Handwerk sind immer noch das Können und die Fähigkeiten des Betriebsinhabers und seiner Mitarbeiter. Denn das Können und das handwerkliche Geschick sind die wichtigsten Fähigkeiten die den Erfolg eines Handwerksbetriebes ausmachen.

Die Anforderungen an die Werkzeugschleifereien wachsen stetig und gerade unserer Branche zeigt sich wie viel Erfahrung notwendig ist um dauerhaft optimale Ergebnisse zu erzielen.

Das ist ein deutlicher Unterschied zur Industrie, wo die Mitarbeiter austauschbar sind und  nur selten eigene Entscheidungen treffen dürfen. Das wichtige Zukunftsprojekt Industrie 4.0 hat bis hin zu Losgröße 1 die Individualisierung der Serienproduktion zum Ziel und ist dabei letztlich der Versuch die „Fehlerquelle“ Mensch aus den zunehmend komplexeren Produktionsabläufen zu eliminieren. Dazu werden alle Informationsströme miteinander vernetzt damit Maschinen autonom arbeiten können.

Hier genau liegt die Chance der Handwerksbetriebe für die Zukunft. Seit jeher werden im Handwerk angepasste Dienstleistungen angeboten oder individuelle Produkte als Einzelanfertigung oder in Kleinserie hergestellt. Das kommt der zunehmenden Individualisierung in unserer Informationsgesellschaft entgegen. Der Übergang zur Wissensökonomie bedeutet im Kern, dass Kapital und Rohstoffe immer mehr durch den Input von Ideen, Wissen, Know-how und Kreativität ersetzt werden.

Doch um interessante Produkte zu liefern ist es notwendig sich der permanenten Entwicklung unserer Wirtschaft anzupassen. Wissen wird zur Grundlage für das Können und dem Erwerb der entsprechenden Fähigkeiten. Aber neu angeeignetes Wissen wird nur produktiv wenn es als Grundlage für das Können genutzt wird.

Die Werkzeugschleifbetriebe können den zunehmenden Wettbewerb kaum  auf der Kostenseite, sondern nur durch Innovationen, optimierte Werkzeuge und durch Schnelligkeit gewinnen.

Viele Werkzeugschleifereien sind bereits im Zeitalter „Werkstatt 4.0“ angekommen. Und aufgrund ihrer Teamstrukturen und flachen Hierarchien, gibt es Maximum an Wissenstransfer und viel Raum für neue Ideen und ungewöhnliche sowie kreative Ansätze. Gleichzeitig wird Wert auf eine solide Aus- und Weiterbildung der Präzisionswerkzeugmechaniker gelegt, denn Fähigkeiten müssen ausgebaut werden, um die Qualität und Produktivität der Arbeit weiterhin zu steigern.

Vorwort für die Fachzeitschrift "FORUM Schneidwerkzeug- und Schleiftechnik" Ausgabe Juni 2016. Autor: Uwe Schmidt

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